3. Internationale Woche am Fachbereich 4

Geschrieben von "Redaktion" am 26. Mai 2010 | Abgelegt unter Aktivitäten im Fachbereich / Internationale Woche

Prof. Dr. Ute Straub
Auslandbeauftragte FB 4
straub@fb4.fh-frankfurt.de

 
In jedem Semester lädt der Fachbereich 4 internationale Kollegen und Kolleginnen ein, damit sie, in die reguläre Lehre integriert, Vorlesungen zu ihren Schwerpunkten halten und den Studierenden damit internationale Perspektiven eröffnen.

Unsere Gäste vom 3. – 7. Mai 2010 waren dieses Mal

  • Jutta Christiansen, Hogeschool van Amsterdam, Niederlande
  • Silva Poisa, Higher School of Social Work and Social pedagogics Attistiba, Riga, Lettland
  • Alexandra Schleyer-Lindenmann, Université de la Mediterranée, Marseille, Frankreich
  • Julia Chaitin, The Negev Institute for Strategies of Peace and Development, Israel

Am ersten Tag standen als Einführung in Geschichte und Gepflogenheiten Frankfurts ein Empfang bei der Stadt Frankfurt, eine Stadtführung – überaus interessant gestaltet vom Kollegen aus dem Fb2 – und grüne Soße in Sachsenhausen auf dem Programm. Dies alles war gemeinsam mit den Gästen des Fb3 organisiert, deren Internationale Woche zeitgleich stattfand. Dadurch ergaben sich im Lauf der Woche einige informelle „internationale Begegnungen“ zum Beispiel in der Mensa.

Wie immer waren die Gäste des Fb4 in zahlreiche reguläre Veranstaltungen integriert, wodurch die Studierenden englischsprachige Vorlesungen erlebten und gleichzeitig mit Themen konfrontiert wurden, die sie über den nationalen Tellerrand hinausschauen ließen. Zum Beispiel war es höchst interessant, etwas über die Entwicklung der Sozialen Arbeit im postkommunistischen Baltikum zu erfahren, wo es – ähnlich wie in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus -eine jahrzehntelange Unterbrechung in der Weiterentwicklung von Theorie und Praxis der Profession gab, und festzustellen, dass es in Bezug auf pädagogische Ansätze gemeinsame Wurzeln in den 1910er Jahren gibt. Sehr bewegend war der Vortrag von Julia Chaitin: 
”There Must be a Better Way”: Confronting the Israeli-Palestinian Conflict – a Psycho-social-grassroots Perspective. Sie lebt am Rande des Gaza-Streifens, ist täglich mit Raketenangriffen konfrontiert, aber fest entschlossen, ihre friedensbewegten Aktivitäten dort fortzusetzen. So hat sie eine Initiative mitbegründet, die telefonische Diskussionszirkel über die Grenzen hinweg über vereinbarte Telefontermine organisiert. In einer von ihr unterstützten israelisch-palästinensischen Frauengruppe wird Kunsthandwerk hergestellt, dass israelische und arabische Traditionen verknüpft und den Frauen nicht nur die Begegnung miteinander ermöglicht, sondern auch, ein Einkommen zu erwirtschaften. Die unterschiedliche Einwanderungspolitik in Deutschland und Frankreich und ihre Konsequenzen vermittelte Alexandra Schleyer-Lindenmann und Jutta Christiansen die niederländische Perspektive auf die Bindungstheorie. Wie immer war – im Rahmen des Frauen- und Genderforschungskolloquiums des Fb4 – der Mittwoch Abend den Themen Geschlechterrollen und Familienpolitik und ihren Auswirkungen auf die Situation von Männern und Frauen in den verschiedenen Ländern gewidmet. Dabei wurden natürlich zum einen die sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen deutlich, zum anderen aber auch, dass es, wie im Fall des israelisch-palästinensischen Konfliktes, Probleme gibt, die alles andere wenig relevant erscheinen lassen, auch Genderfragen.

Neben einigen weiteren kulturellen Programmpunkten war der gemeinsame Besuch einer Vorstellung des interkulturellen Theaterprojekts „Second Hand Cities“, entwickelt im Schwerpunkt Kultur, Ästhtik und Medien (siehe entsprechender Artikel) ein Highlight.


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