Aufregende Erfahrungen in Malmö

Vor meiner Abreise nach Malmö/Schweden bekam ich die ersten Informationen von meiner Hochschule, die jedoch nur sehr grob waren. Als es dann fest stand, dass ich einen Platz an der Gasthochschule habe, bekam ich regelmäßig E-Mails von meiner Gasthochschule beziehungsweise von den Verantwortlichen des Erasmus-Programms in Malmö. In den E-Mails wurde ich über die Einführungswochen und Sprachkurse informiert und über Möglichkeiten der Studentenwohnheime. Jedoch wurde ich auch gewarnt, dass diese Plätze schnell ausgebucht sind und ich nebenbei nach einer alternativen Wohngelegenheit suchen sollte. Die Studienangebote konnte man lange vor der Abreise im Internet nachvollziehen und sich informieren. Allerdings gab es Probleme beim Learning Agreement und es musste öfters geändert werden, da die Kurse schnell voll waren oder sie nicht mit den Anforderungen der credit points in der Heimathochschule übereinstimmten.
Ich hatte nach etlicher Suche tatsächlich eine Unterkunft gefunden, aber kurzfristig wurde auch ein Platz im Studentenwohnheim frei. Ich hatte mich schon für die erste Unterkunft entschieden. Das Studentenwohnheim war sehr teuer und meine Alternative war wesentlich günstiger. Ich empfehle, dass man definitiv nach einer alternativen Unterkunft suchen sollte, da es nicht sicher ist, ob man ein Zimmer bekommt und es außerhalb des Wohnheims meist günstiger ist.
Es gab einen kostenlosen Sprachkurs, der zuerst intensiv in den ersten Einführungswochen stattfand und sich dann über das ganze Semester hinzog. Ich persönlich konnte nicht daran teilnehmen, weil ich erst zum Semesterbeginn ankam.
In den Vorlesungen und Seminaren konnte ich den Stoff und den Inhalt sehr gut verfolgen. Anfangs ist man etwas unsicher, weil man sich an die englische Sprache gewöhnen muss, jedoch verfliegt das schnell.

Am Anfang

In den ersten zwei Wochen des Semesterbeginns gab es speziell für die ausländischen Studenten Programme, um den Campus, die Stadt kennenzulernen und viele Spiele, in denen man sich austauscht und erste Kontakte knüpft, Filmabende oder Partys. In dieser Hinsicht kümmert sich die Gasthochschule sehr gut und engagiert, da man bedenken muss, dass Studenten in Malmö die ganzen Programme organisieren und ehrenamtlich tätig sind.
An der Universität gab es viele Erasmusstudenten sowie internationale Studenten (führen das komplette Bachelor-Programm durch) und einheimische Studenten. Alles ist sehr gemischt und in Malmö, beziehungsweise in Schweden, ist es überhaupt kein Problem mit Englisch weiter zu kommen. Viele Erasmus-Studenten sind im selben Studentenwohnheim, sodass es oft Partys dort gab. Allerdings versauern sie auch oft dort, gehen nur zusammen weg und bleiben lieber unter sich. Dadurch lernen sie kaum einheimische oder internationale Studenten kennen und bewegen sich auch nicht weit von ihrem Wohnheim fort. Ich hatte viel Kontakt zu internationalen und einheimischen Studenten und ein paar Erasmus-Studenten.
Die Gasthochschule organisiert auch viele und verschiedene Trips zu studentenfreundlichen Preisen, zum Beispiel nach Lappland, Russland oder das legendäre Sea Battle und vieles mehr. In diesen Reisen ist für jeden was dabei, sei es Kultur, Städte-Trips oder legendäre Studenten-Partys. Ich war auf Sea Battle, das heißt man fährt mit einem Bus nach Stockholm für eine Nacht. Dort gibt es eine Preparty und am nächsten Morgen geht es auf die Fähre, die Tallin/Estland ansteuert. Diese Schiffsfahrt dauert die ganze Nacht auf der Fähre hat man vielseitige Möglichkeiten die „Zeit totzuschlagen“. Es gab zwei Clubs, etliche Bars, Restaurants, einen Spa-Bereich und vieles mehr. Zudem gab es natürlich ein Programm für die ganze Nacht und für ca. 2200 Studenten aus ganz Skandinavien. Auf dieser Reise habe ich total tolle Leute kennengelernt, neue Freundschaften geschlossen, andere vertieft und fühlte mich hinterher endlich angekommen in Malmö.

Leben in Schweden

Um in Schweden leben zu können, muss man definitiv vorher schon wissen, wie man sich finanzieren will. Auslandsbafög, Ersparnisse, finanzielle Hilfe von den Eltern oder einen Job dort. Alles sollte ausgeschöpft werden, da die Lebenshaltungskosten in Schweden sehr hoch sind und je nördlicher es geht, desto tiefer muss man in den Geldbeutel greifen. Alkohol, Lebensmittel und Kosmetika sind vergleichsweise zu Deutschland sehr teuer. Das war ein echtes Manko und etwas frustrierend. Man sollte sich nicht zu sehr darüber ärgern, da es eine einmalige Gelegenheit ist und man lebt schließlich nur einmal.

Mein Fazit

Das Auslandssemester war eine ganz tolle und wunderschöne Erfahrung gewesen. Die eigene Unabhängigkeit in einem fremdes Land auszuprobieren, ist sehr wertvoll. Außerdem wächst man über sich hinaus und verlässt seine Komfortzone, um sich auf etwas Neues einzulassen. Ich habe viele wundervolle neue Freundschaften über den ganzen Globus geschlossen und das war auch ein Aspekt, der mich sehr positiv überrascht hat. Egal aus welchem Land man kommt und verschiedene Sprachen spricht, Menschen finden sich und lernen sich lieben und respektieren. Durch die internationalen Verknüpfungen kann man in der Zukunft weiter reisen, Freunde besuchen und sie bei sich freudig erwarten. Ich habe schon einige Zeit gebraucht, um mich in Malmö und Schweden zu verlieben. Aber es lohnt sich total. Ein Auslandssemester ist eigentlich viel zu kurz, da man zwei bis drei Monate braucht, um sich einzuleben und anzukommen und danach vergeht die Zeit viel zu schnell. Ich habe auch zu schätzen gelernt, was ich an Deutschland liebe und vermisse und dann auch gewusst, dass dies meine Heimat ist. Auch eine sehr wertvolle und wichtige Erkenntnis und Erfahrung für mich als Mensch mit Migrationshintergrund. Viele Freundschaften zu Hause sind durch den Auslandsaufenthalt stärker geworden. Natürlich gab es auch einige wenige negative Ereignisse im Ausland, jedoch eher auf der persönlichen Ebene. Selbst das nehme ich positiv wahr und ich habe auch daraus gelernt und neue Erfahrungen gemacht, die sonst nie im normalen Alltag zu Stande gekommen wären.
Ein Auslandssemester ist eine ganz tolle und aufregende Erfahrung und selbst wenn nicht alles glatt laufen sollte, lernt man dazu und entdeckt etwas Neues an sich und in seinem Leben.

Rodaba Mazyar
BASA Soziale Arbeit
Auslandssemster
University of Malmö, Schweden
WS 2013/14