Staff Mobility in Amsterdam, Niederlande
Geschrieben von "Redaktion" am 26. August 2010 | Abgelegt unter Lehrende im Ausland
Auslandbeauftragte FB 4
straub@fb4.fh-frankfurt.de
Hogeschool van Amsterdam, Niederlande
Sommersemester 2010
Die Hochschulpartnerschaft besteht seit vielen Jahren, es findet ein regelmäßiger Austausch von Lehrenden in beiden Richtungen statt, in den letzten beiden Jahren v.a. im Rahmen der Internationalen Wochen am Fb4. Ich selbst bin i.d.R. einmal pro Jahr als Gastdozentin eingeladen. Pro Semester wählen ein bis zwei Studierende die Hogeschool Amsterdam für ein Studiensemester im Ausland.
Dieses Mal (9. – 11.6.2010) ging es in meinen Vorlesungen um Intercultural Communication at the University/ Intercultural Campus und Jugendhilfe in Deutschland im Vergleich zu den Niederlanden. Weiterhin habe ich mich mit zwei Studierenden des Fb4 getroffen, eine Studentin der Sozialen Arbeit und eine von Pflege, die zur Zeit im „Minor International“ studieren, und konnte an den Prüfungs-Präsentationen teilnehmen. Hier wurde der „Öffentlichkeit“ vorgestellt, welche Ergebnisse die TeilnehmerInnen in international zusammengesetzten Gruppen zum Thema „Human Rights and Social Work“ in ihren Forschungsprojekten erarbeitet hatten.
Wichtig für alle, die eine Auslandszeit in Amsterdam planen:
Möglich sind 3 Monate, 5 Monate oder 8 Monate
Der International Minor findet für die niederländischen Studierenden (aus zwei Studiengängen: Soziale Arbeit und Recht) in deren letztem Studienjahr statt und nimmt auch alle internationalen Studierenden auf, die daran Interesse haben. Es ist vergleichsweise anspruchsvoll und es wird Verbindlichkeit und ein hoher Anteil an Eigenarbeit (wie überhaupt durchgängig in allen Lehrveranstaltungen und sehr viel ausgeprägter als bei uns) erwartet. Der Zeitraum ist von Februar bis Juni.
Dieses Modul kann sehr gut kombiniert werden mit dem „International Classroom“, ein ebenfalls international zusammengesetztes Angebot zu unterschiedlichen Themen (Arbeit mit Familien, vorher stattfindenden mit Abhängigen, Case Work … – das Angebot wird gerade neu gestaltet, die aktuellen Veranstaltungen bitte bei mir erfragen). Dieses Modul geht von November bis Januar und beinhaltet einen Niederländisch-Sprachkurs. Wer also erst den International Classroom besucht, hat eine gute Möglichkeit, sich zu adaptieren und v.a. auch die niederländische Lehrkultur kennenzulernen (viel, viel Eigenarbeit und genausoviel Reflektion – für manche ein echter Kulturschock!), um dann gut gewappnet in den International Minor einsteigen zu können (insgesamt also von November bis Januar und Februar bis Juni).
Mit dem International Office konnten die Planungen für weitere Studierendenaustausche vorangebracht werden, u.a. sollen gegenseitige Gruppenbesuche wieder aufgenommen werden. Diese Kurzzeitexkursionen von ca. einer Woche waren im Diplomstudiengang immer ein großer Erfolg, fachlich und in Bezug auf interkulturelle Kommunikation. Sie sollen jetzt im BA weitergeführt werden und zwar zunächst im Modul 16.4. Die Studierenden werden im nächsten Durchgang von 16.4 eine Kurzeitexkursion nach Amsterdam und den Gegenbesuch organisieren. Außerdem konnten wir erste Überlegungen zu einem „Joint Programme on Diversity anstellen“, das in Amsterdam im International Minor und in Frankfurt in Modul 19 und 20 angedockt werden könnte.
Als ersten Schritt werden in der nächsten Internationalen Woche (8.-12.11.2010) KollegInnen und Studierende aus Amsterdam an den Fb4 kommen, um mit uns gemeinsam zu überlegen, wie wir diese ersten Ideen im Rahmen der jeweiligen Vorgaben umsetzen können.
Ein interessantes Praxisprojekt, das ich besucht habe ist das skc (Stichting voor Kennis en sociale Cohesie – Stiftung für Erkenntnisse zum sozialen Zusammenhalt), das u.a. ein Mentorenprogramm an Schulen etabliert hat, in dem Studierende der Hogeschool van Amsterdam im Rahmen ihres einjährigen Praktikums (im 3. Studienjahr) Kinder mit Migrationshintergrund auf das Gymnasium vorbereiten. Ganz speziell aber ist das Programm „Meine Schule – deine Schule“, in der die sogenannten „Schwarzen Schulen“, die fast ausschließlich von Kindern mit Migrationshintergrund besucht werden, und die „Weißen Schulen“ miteinander in Kontakt gebracht werden. Diese Segregation im Schulwesen ist in den Niederlanden ein großes Problem.
Durch die Einladungen der Amsterdamer KollegInnen zu unseren Internationalen Wochen ist mittlerweile ein gutes Netzwerk entstanden mit vielerlei Kooperationsmöglichkeiten, das wir weiter ausbauen werden.
Ute Straub und Ludy van Noord
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